Gestaltungstechnik der Bilder
 
Gemalte Bilder

Seit 1988 enstehen Bilder meiner Art. In unregelmässigen Zeitabständen drängen sie sich auf den Malgrund.
Die Bilder wollen werden. So habe ich selbt zu Anfang keine Vorstellung von dem was sich da entwicklen will, weder bezüglich Sujet noch in der Wahl der Farbtöne.
Der Malgrund ist immer Hartmaterial, holzartig am liebsten oder Hartfaser, aber auch Metall oder gefügte Tonplatten. Die meisten behalten ihre flache Gestalt. Einige erweitern sich durch Beifügen z.B. von Holz- oder Stahlelementen auch zur dritten Dimension.
Viele beginnen auf weissgrundierter meist noch feuchter Fläche und verlangen nun Farben*unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung, meist auf Acryl- aber auch Kunstharzbasis. Mehr oder weniger dicht können die Farben sein, heller oder dunkler der Farbton. Beim Auftragen vermischen sie sich oder sie meiden sich gegenseitig unter augenfälliger chemischer Reaktion; so ist z.B. Kunstharz dem Wasser nicht zugetan. Vieles ist Experiment und in der Wirkung nicht zu planen, nicht vorauszusehen und nicht wiederholbar. Zuviele Faktoren sind beteiligt; der Vorgang ist immer auch ein physikalischer chemischer Verlauf, ein Experiment. So entscheidet sich das Werden Im Auftragen unterschiedlicher Farben in Beschaffenheit und Farbton. Sie können fliessend sich überdecken oder sich separieren und flockig absetzen. Dispersionsfarbe belegt. Die Farben werden auf den noch feuchten Grund gesprayt, gerollt, gegossen, getropft, gespritzt, mit Lappen getupft, gerieben oder weggewischt, mit Holzstäben aufgezeichnet, verteilt oder weggekratzt, mit dem Spachtel separiert oder weggedrängt und vieles mehr.

  Alles erfolgt unter Beobachtung der allgemeinen Feuchtigkeit des Malgrundes; oft muss z.B. mittels Sprayen, Wasser nachgegeben werden ; dieser Vorgang kann mit einem wesentlichen Gestaltungseinfluss verbunden sein. Wann was gemacht werden muss, entscheidet sich im Werden, im Entstehen. Das geschilderte Vorgehen erlaubt nur wenig Planen. Oft kann beim ersten Farbaufwurf eine gewisse Absicht erahnt werden, nie ist jedoch das Endgültige vorauszusehen. Das anfänglich Vorliegende kann sich aber auch widersetzen und plötzliche entgleiten und nach Vernichtung rufen, um wenig später sich neu zu öffnen und willig teilzunehmen am Suchen nach dem endgültigen Zustand. Die meisen Bilder entscheiden sich spontan in Stunden, manche verlangen einige Tage Pause, wenige können sich nicht entscheiden und kommen nicht zu Ende. Gebilde mit Konturen eines Bogenabschnitts sind oft wichtig. Meist liegen sie schief auf einer Struktur. Sind es so Gebäude, Hütten, Hüte, Pilze oder Gebäude, Berge, Burgen? Figuren drängen sich plötzlich ins Bild, mit dem Anspruch mehr oder weniger ausstaffiert zu werden. Ein wenig konkrete Information ist meist vorhanden.
Wann ein Bild zu Ende ist? Es wird selber entscheiden, ab wann es sich zusammenhält und wird sich wehren gegen weitere Eingriffe.

*"Farbe" bedeutet im deutschen Sprachgebrauch sowohl stoffliche Substanz als auch visuelle Information.

Kaspar Saner
September 2006